Taucher II im Digitalzoom
HanseSail
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Notruder Das Kalenderblatt zeigt den 09. August, man sollte meinen, es ist ein wunderschöner Sommertag, an dem sich die Leute am Strand wie die Sardinen in der Büchse verhalten. Doch weit gefehlt, die Wetterküche brodelte, es war wolkig mit einzelnen Regenschauern und es wehte ein Wind aus WSW mit 6-7 in Böen auch mal eine 8. Seeklarmachen für die Überfahrt nach Rostock zur diesjährigen Hanse-Sail. Bei diesem Wetterchen sollten auch die kleinsten Teile angebunden werden. Am Abend dann entschied der Skipper: "Heute abend laufen wir nicht aus - Seeklarmachen um 0400".
Der 10. August verhieß wettertechnisch auch nichts gutes. Doch die Zeit drängte und wir wollten unbedingt zur Hanse-Sail. Im Morgengrauen liefen wir mit unserem Schiff Taucher II dann aus, in der Hoffnung, das Wetter wird sich ein wenig beruhigen. Der Wind wehte noch immer aus westlichen Richtungen mit ordentlich Zoff. Die ersten Stunden verliefen ruhig. Das inzwischen gereichte Frühstück hat allen gemundet, die Stimmung war gut. Wir fuhren "unter Land" und kamen gut voran, bis - ja - bis wir dann auf Höhe Arkona auf westlichen Kurs gingen. grobe See Was tun wir uns nur an? Der Wind fauchte unvermindert mit einer westlichen 7-8 in Böen 9 uns direkt auf die Nase und die See brodelte. Wir versuchten gegen die See anzureiten, uns hob es mit der Welle aus und wir fielen zurück in das Wellental und wieder und wieder... Es ging nicht. Stellenweise hatten wir kaum Fahrt und das bei guten Maschinenumdrehungen. Die Schiffsführung entschied sich, abzuwettern. Also umkehren und in der Tromper Wiek verstecken. Auf dem Schiff wurde es wieder lebhafter, als der Anker im Bach war...
grobe See Der Morgen danach - erneuter Versuch - Wetter? wenig Änderungen, aber wir hatten schon mehr als reichlich Verspätung und wollten wir auch noch ein bischen von der Hansesail mitbekommen, dann mussten wir jetzt da durch. Nach dem leckeren Frühstück gingen wir Anker auf und es dauerte auch nicht lange, da ging die Reiterei wieder los. Nun war ich ja damit beschäftigt, in der Kombüse das Mittagessen vorzubereiten, was mir trotz der gewaltigen Schaukelei und Stukerei gelungen war. Geplant waren erst 2 Schnitzel pro Nase, aber nach der Hälfte habe ich dann aufgegeben, da das Fett aus der Pfanne hüpfte. Fotos habe ich in dieser Lage auch nicht gemacht, daher gibt es hierfür kein Bildmaterial. Irgendwann jedenfalls war ich soweit und wollte auf die Brücke. Auf dem Seitengang am Salon konnte ich noch einmal das Frühstücksbuffet durchgehen, denn es klebte sehr großflächig an der Seitenwand... Endlich auf der Brücke, machte ich wohl keine Freude mit der Nachricht, dass das Essen fertig sei. Zu diesem Zeitpunkt waren eher trockene Brötchen und Wasser die Renner, als schnödes Schni mit Champis. Später stellte sich heraus, dass zwei Drittel der Gesamtmannschaft ihr Frühstück der Fischerei gespendet hatten...
Taucher II Jedenfalls schafften wir es bis zwischen die schützenden Molen in Warnemünde und es wurde ruhiger im Schiff, dafür gab es jetzt rundherum genug zu sehen und so trödelten wir ganz langsam zu unserem Liegeplatz in Marienehe, gleich neben der Fliegerei. Hubi Kaum waren wir fest, da begann auch schon ein Showprogramm der Bundesmarine zum Thema "Rettung aus Seenot" und vieles Andere. Auch platzten wir irgendwie in die Vorstellung der Modellflieger und diese waren sichtlich nicht begeistert über unseren Liegeplatz.
Bei uns begann dann alsbald die sogenannte Hafenroutine, wenn man davon überhaupt reden kann. Jedenfalls durfte auf keinen Fall das allseits beliebte Einlaufbier fehlen. Bei dieser Gelegenheit, denn alles sammelt sich automatisch in der Nähe des Zapfhahnes, konnten die letzten News ausgetauscht werden.
Der Tag danach: von Sturm und Wind keine Spur, die Sonne lacht und wer meint, er müsse die Speisekarte an Bord "ergänzen", der tut sich und mir keinen Gefallen damit...
Einlaufbier Küchendienst Jedenfalls muß dann der/die-jenige selbst in die Kombüse und ich mache mich dann dünn - sicherlich ganz schwierig vorzustellen... Auf diese Art kam ich jedenfalls dazu, die abendliche Ausfahrt der Segelschiffe zu betrachten, die auf der Warnow in den Sonnenuntergang fahren.
Ausfahrt Der nächste Tag brachte gleich zwei Highlights mit sich. Eine kleine Ausfahrt, die mehr Schaden anrichtete als die Überfahrt und der abendliche Auftritt einer Live-Band. Ja - Livemusik an Bord von Taucher II. Die vier Jungs waren einfach nur Spitze und wurde an Bord als "Die Band" gefeiert. Die Band heißt "NIOB" - wenn ihr sie irgendwo einmal sehen könnt, geht hin - es lohnt sich...
NIOB Viel mehr ist im Groben ja nicht passiert - sagen wir einmal, viel mehr habe ich nicht mit bekommen, denn zwischen Räucherofen, Kombüse und Zapfhahn ist nicht viel Spielraum...
Am Sonntag ging es zurück nach Peenemünde bei ruhigem Wetter. Die Tagesgäste an Bord haben wir mit einem "nächster Halt Peenemünde" noch vor dem Auslaufen aus ihren Stühlen und von Bord bekommen. Die Taucher II läuft in der dunklen Nacht gegen 0300 in Peenemünde ein - danach ein kleines Einlaufbier - und noch eines - und plötzlich ging die Sonne auf und dann gab es noch lecker Frühstück bei Antje in der Wache und ab da war dann jeder sich selbst (bzw. seiner Koje) überlassen...
 
 
Text: Thorsten Schako
[„MfA“ Taucher II - im September 2005]
 
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... und sonst ???