Taucher2
Werftaufenthalt in
Rostock-Marienehe
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Taucher2
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Taucher2 Es war Sonnabend morgen und eigentlich sollten die Leinen losgeworfen werden, doch das ging nicht. Die Spezies aus dem Maschinenkeller bemerkten, dass die vorgesehene Variante mit der Brückenfernbedienung so nicht funktionierte. Eine neue Variante muss nun her und das kann noch ein wenig dauern. An ein Auslaufen ist nicht zu denken, nicht einmal an eine kleine Hafenrundfahrt oder ähnliches. Das an Bord gebliebene Dreiergespann war nun nicht mehr allein, denn die "Badegäste" für die Rückfahrt waren zugestiegen und haben bereits ihre Kammern bezogen. Was tun, so sinnlos an der Pier dümpelnder Weise das Wochenende verbringen war ja irgendwie auch doof.
Taucher2 Bei dem morgentlichen Palaver über was, wann und wie wurde nebenbei erwähnt, dass der Kran ja irgendwann auch mal weiß gepönt werden müsse, das Gelb sieht ja nicht mehr schön aus und ausserdem ist da kaum noch Farbe dafür über.
Taucher2 Etwas nahezu unglaubliches geschah nun - 2 unserer Berliner enterten in den Kran und fingen an, diesen von oben bis unten zu entrosten und mit Rostschutz ausgiebig zu behandeln. Ungeachtet des fürchterlich erfrischenden Ostwindes nahmen diese Jungs sich das Teil vor. Sonnabend abend war das Gerät nun weiß getupft. Das kann so nicht bleiben und noch vor dem Frühstück am Sonntag, fingen die Beiden an, dem Kran sein neues Antlitz zu verpassen. Den weiblichen Begleitern schmeckte es wohl nicht so ganz, doch nahmen sie die Situation gelassen hin und ließen sich den kräftigen Ostwind auf dem Sonnendeck um die Nase pfeifen.
Taucher2 Das Wochenende wurde trotz aller Unannehmlichkeiten hervorragend gemeistert und die neue Woche brach an. Nun waren nur noch 2 von dem ursprünglichen Dreiergespann übrig.
Taucher2 Doch die Einsamkeit wähnte nicht lange, denn ab und zu kam die gute Seele des Schiffes vorbei. Ihr Spruch war: "gebt mir das zu tun, was keiner machen will"... Es war schon ein wenig Überzeugungsarbeit notwendig um zu erklären, dass Farbe waschen an Oberdeck sinnvoller ist, als Anker spitz feilen oder Poller zu richten. Unsere Antje gab alles und die Steuerbordseite strahlte im Sonnenlicht wie lange nicht mehr. Leider plagte uns noch immer der Ostwind und so blieb die Backbordseite des Schiffes im wesentlichen unbehandelt.
Was hat sie nicht alles gemacht: Deckshaus entrosten (und dabei das Maschinchen gekillt), gepönt, nicht am Herd herumgelungert, den Schreisauger entführt und vieles mehr. War sie an Bord, dann waberten ihre Worte durch die Messe und die schweigsamen langen stillen Minuten des verbliebenen Duos waren vorbei.
Taucher2 Ein anderes Ziel war die weitere Fertigstellung der Kombüse.
 
Doch auch hier ging es nicht so recht voran. Taucher2 Zumindest funktionierte der olle alte Herd noch ganz ordentlich, so dass es jeden Morgen frisches Backwerk gab und auch noch etwas gekocht werden konnte. Mehr war aber auch nicht drin in dieser kleinen Nische, alles andere musste dann eben aus der Messe geholt und vieles improvisiert werden. Da es überall klemmte, wurden eben mal die überstehenden Nasen, Haken und sonstiges überstehendes überflüssiges Gebammsel abgeflext und schon mal alles schön mit Rostschutz behandelt. Wie es hier einmal aussehen wird, kaum vorstellbar. Aber so manch verwegene Idee kam schon mal auf - doch das wird erst gezeigt, wenn es soweit ist.
 
Die zweite Woche neigte sich dem Ende und damit der endgültige Auslauftermin auf den Sonnabend Morgen gesetzt. Früh aufstehen war demnach angesagt. Auch für diesen Termin meldeten sich ein paar "gestandene Seeleute" an Bord. Doch bis zum Auslaufen war noch der Freitag Abend zu überstehen und wir konnten den Rostocker davon überzeugen, uns eine kleine Fischplatte vorbei zu bringen. Diese sogenannte Kleinigkeit seht ihr hier:
 
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... und lecker war die - nicht zu beschreiben ...
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Endlich ist alles getan, was in Rostock getan werden musste. Unsere Taucher II liegt nun auslaufbereit in Marienehe und wird gleich die Leinen einholen.
Verlassen werden wir den Präsentierteller des Zollamtes, weg von den hunderten von Heringsanglern im Fischereihafen - was macht ein Angler mit angeblich über 300 gefangenen Heringen? - noch ein kleines Dankeschön an den Kutter "Zufriedenheit" für die unbürokratischen Hilfen und an den Hafenmeister.
Selbst der Wind hatte ein Einsehen und wehte nun nicht mehr aus östlichen Richtungen, die Sonne kam heraus und es wurde recht angenehm für die Rückreise nach Peenemünde.
TV  Nordmagazin-Beitrag - Dauer: 3:24 min
 
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Taucher2
Text: Thorsten Schako
[„MfA“ Taucher II - im Mai 2005]

Diese Geschichte von vorn



 
Bleibt nur noch die Frage zu klären, was ein Schreisauger ist:
SchreisaugerSchreisauger
Ein fortgeschrittenes Produkt an Männerfantasie zu später Stunde, aber universell einsetzbar.

 

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